Medpedia gestartet – Wikipedia für Gesundheitsinformationen

Die Wikipedia ist keine neue Sache mehr – in unzähligen Vergleichen wurde dem von Freiwilligen erstellten freien Nachschlagewerk höchste Qualität bescheinigt.

Dies ist jedoch in den Bereichen etwas differenzierter zu betrachten, wo regelmäßige unterschiedliche Lehren oder Meinungen aufeinander prallen – z.B. bei Informationen zur Gesundheit und zu Behandlungen.

So prangt auch auf allen Seiten mit Gesundheitsinformationen auch ein Verweis auf diesen Disclaimer:

Wichtiger Hinweis für Beiträge im Bereich Gesundheit

Sie sollten Informationen aus der Wikipedia niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden. Bei gesundheitlichen Beschwerden fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Bei Erkrankungen von Tieren konsultieren Sie einen Tierarzt.

Die Artikel der Wikipedia werden offen und ohne direkte redaktionelle Begleitung und Kontrolle bereitgestellt. Auch wenn zahlreiche Teilnehmer ständig an ihrer Verbesserung arbeiten, können Beiträge falsch sein und möglicherweise sogar gesundheitsgefährdende Empfehlungen enthalten.

Nehmen Sie niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein!”

Wenngleich es nachvollziehbar ist, dass man den “Wikipedia-Effekt” nutzen will: Solche Einschränkungen fördern das Vertrauen in die Verläßlichkeit natürlich nicht (auch wenn die Qualität im Zweifel nichtmals wirklich schlecht sein muss).

Ein sehr interessantes Projekt namens Medpedia wurde nun aus der Taufe gehoben, was die kollaborative Zusammenarbeit eines Wikis mit dem zur Qualitätssicherung bewährten Peer-Review Verfahren verbinden will. Ein weiteres Abgrenzungskriterium ist der Verzicht auf Anonymität.

Als generelle Prämisse für die Artikelbearbeitung gilt das, was in der Wikipedia bei heftig umstrittenen Artikeln auch so ähnlich gehandhabt wird: Nicht jeder darf mitschreiben, nicht jeder darf Artikel erstellen – nur Mediziner sollen dies dürfen. Jeder Nutzer kann hingegen Artikel vorschlagen.

Hoffen wir, dass die Mediziner Zeit und Muße finden, sich hier zu beteiligen – und dass sie bei strittigen Punkten eine gemeinsame Linie finden werden. Diese kann aus meiner  Sicht nur die Evidenzbasierte Medizin sein, die z.B. bei unserem Kunden IQWiG mit Gesundheitsinformation.de die Grundlage darstellt.

Ein hohes Maß an Seriösität ist aber zu erwarten, sind doch z.B. medizinische Hochschulen bzw. Fakultäten aus  Harvard, Stanfield, Berkeley und Michigan mit im Boot.

Via: Open Mind Blog

Allgemeines

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