ebays goldene Zeiten sind vorbei

Zwölf Jahre nach dem Marktstart lässt die Leidenschaft von Händlern und Käufern für den virtuellen Flohmarkt deutlich nach. Es häufen sich die Beschwerden entnervter Nutzer. Allein im zweiten Quartal dieses Jahres wurden auf der deutschen Homepage mehr als 15 % weniger Angebote eingestellt als im Vorjahr. Kein Wunder, wer nur noch einen Euro für den ausgetragenen Wintermantel oder die alte Stereoanlage bekommt, spart sich die Mühe lieber.

eBay hat ein Imageproblem: Nutzer beschweren sich über schlechten Kundenservice, Preistreiberei anderer Mitglieder und Betrugsfälle, etwa weil Verkäufer ihre Warenbeschreibungen beschönigen oder den Artikel überhaupt nicht versenden. Weiterh in haben die Gebührenerhöhungen vom Januar 2007 die Verdienstmöglichkeiten noch einmal vermindert. Mit den abwandernden Powersellern entgeht dem Konzern viel Geld. Inzwischen rufen Ebay-Mitarbeiter bei den Profihändlern an und erkundigen sich, warum diese weniger Artikel ins Netz stellen. In Einzelfällen werden sogar Gutschriften angeboten.

So will die bisher glücklose Konzernchefin Meg Whitman in die Offensive gehen: Es werde «mehr Änderungen innerhalb der kommenden zwölf Monate geben als in den vergangenen vier Jahren». Bisher ist davon allerdings nicht viel zu sehen.

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