Bis die Blase platzt
Ein wie ich finde lesenswerter Artikel zu Thema Bubble 2.0.
Besonders nett, ein kleiner Ausschntt aus einem Gespräch des OpenBC Gründer Lars Hinrichs mit dem Wagniskapitalmanager Christian Leybold von BV Capital.
Hinrichs: “Auf jeden Fall, wir haben eine Bubble 2.0, und es wird auch wieder eine gewisse Down-Phase geben.”
Leybold: “Bubble 2.0 ist ein großer Ausdruck. Im Moment wird zwar alles ein bisschen überbewertet. Aber wir haben noch nicht die Börse, die überreagiert wie in den späten 90ern.”
Hinrichs: “Das heißt, wir haben noch zwei Jahre, um einen Börsengang zu machen?”
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Mich ärgert der Artikel, zusammen mit diesen Zitaten, ziemlich.
In einem Satz macht sich das Manager Magazin über Rupert Murdoch lustig, der 580 Millionen Dollar für MySpace bezahlt hat. Im nächsten Satz steht direkt auch, dass Google MySpace etwa 230 Millionen Dollar Werbeeinnahmen pro Jahr garantiert – die machen bestimmt mehr. Klingt für mich so, als habe Mr. Murdoch ein Schnäppchen gemacht. Wenige Seiten vorher beschwert man sich noch über den fehlenden Innovationsgeist der Deutschen. Und dann wird auf alles draufgehauen, was neuartig ist. “Ein nadelgestreifter Jungspund eröffnet auf der Herrentoilette dem Mann am Nachbarurinal: ‘Ich bin Investmentbanker und suche nach Start-ups, die wir an die Börse bringen können.’” Ist doch super! Lass den Mann doch nach Unternehmen suchen, die durch einen Börsengang benötigtes Kapital aufnehmen können! Und wenn er mal am Urinal steht, meinetwegen.
Und die Bubble sehe ich auch noch nicht, bestimmt nicht in Deutschland. Wieviele Unternehmen haben denn in Deutschland Kapital aufgenommen? 5? 10? Und zu welchen Bewertungen? Jetzt von Bubble zu sprechen finde ich lächerlich und verfrüht. Man tut damit auch den Gründern unrecht, die es wieder vagen, neue Ideen umzusetzen. Statt sie anzufeuern, haut das Manager Magazin drauf.
Naja, wenn ich mal Meldungen über Hoechst, Bayer, BMW und co. lesen möchte, kann ich mal wieder ins Manager Magazin reinschauen.
Ok, aus Deiner/Eurer warte kann ich es gut verstehen. Was ich so bemerkenswert finde und vielleicht nicht nur ich, ist das es langsam wieder so losgeht wie vor dem grossen Knall. Das hat der Scene nicht gut getan, ein bisschen mehr Substanz statt Geldgeilheit währe bei manchen VCs langfristig vielleicht doch der bessere Weg.
Und nochwas, sooo schlecht kommt Ihr im Manager Magazin ja nicht weg oder ?
Derzeit sind ja kaum 5 VCs in Deutschland, die überhaupt noch investieren können aus frischen Fonds. Die meisten VCs, insbes. so komische kommunale Mischkonstruktionen u.ä. schreiben ja nur noch ab.
Wir kommen in dem Online-Dossier sehr gut weg. Deswegen tut es mir eigentlich leid, den Printartikel zu kritisieren, aber das musste m.E. mal gesagt werden.